ein Bericht der Global Alliance for Incinerator Alternatives/Global Anti-
Incinerator Alliance (GAIA) 2003 Leitende Zusammenfassung
Verbrennungsanlagen sind eine nicht nachhaltige und veraltete Methode, mit Müll umzugehen. Während der weltweite Widerstand gegen Müllverbrennung weiter wächst, werden innovative Philosophien und Praktiken für nachhaltiges Wirtschaften weltweit entwickelt und angewandt.
Abschnitt 1: Die Probleme der Müllverbrennung
Kapitel 1 behandelt die Probleme der Müllverbrennung: Schadstoffausstoss, sowohl in die Luft als auch in andere Medien; ökonomische und Arbeitsplatzkosten; Energieverlust; Mangel an Nachhaltigkeit; und Unverträglichkeit mit anderen Abfallwirtschaftssystemen. Es behandelt außerdem spezifische Probleme der südlichen Hemisphäre.
Dioxine sind die berüchtigtsten Schadstoffe im Zusammenhang mit Müllverbrennungsanlagen. Sie verursachen eine große Bandbreite von Gesundheitsproblemen, einschließlich Krebs, Immunsystemschäden, Fortpflanzungs-und Entwicklungsstörungen. Dioxine akkumulieren in der Biosphäre, was bedeutet, daß sie durch die Nahrungskette vom Beutetier bis zum Beutejäger wandern, sich in Fleisch und Milchprodukten anreichern, und nicht zuletzt auch im Menschen. Dioxine sind besonders besorgniserregend weil sie ubiquitär in der Umwelt (und in Menschen) in Konzentrationen vorkommen, die nachweislich Gesundheitsschäden verursachen können, implizierend, daß die heutige Bevölkerung nun an ihren krank machenden Folgen leidet. Weltweit sind Müllverbrennungsanlagen die Hauptquelle von Dioxinemissionen.
Müllverbrennungsanlagen sind auch eine Hauptquelle von Quecksilberemissionen. Quecksilber ist ein starkes Nervengift, das motorische, sensorische und kognitive Funktionen beeinträchtigt, und Quecksilberbelastung ist weit verbreitet. Müllverbrennungsanlagen sind außerdem eine bedeutende Quelle weiterer Schwermetallbelastungen wie beispielsweise von Blei, Cadmium, Arsen, Chrom sowie mit dem Leichtmetall Beryllium.
Weitere nicht vernachlässigbare Schadstoffe aus Müllverbrennungsanlagen schließen andere (nicht dioxinartige) halogenierte Kohlenwasserstoffe ein; saure Gase, die Vorstufen des sauren Regens sind; Staubpartikel, die Lungenfunktionen beeinträchtigen; und Treibhausgase. Allerdings ist die Charakterisierung der Schadstoffausstöße von Müllverbrennungsanlagen noch unvollständig, und viele bislang unbekannte Komponenten kommen in den Luftemissionen und Aschen vor.
Die Betreiber von Müllverbrennungsanlagen behaupten häufig, daß ihre Emissionen "unter Kontrolle" seien, aber dies ist nachweislich nicht der Fall. Zunächst ist für viele Schadstoffe, wie beispielsweise die Dioxine,
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jede zusätzliche Belastung unakzeptabel. Zum zweiten ist Emissionskontrolle uneinheitlich und zutiefst fehlerbehaftet, sodaß sogar gegenwärtige Emissionswerte nicht wirklich bekannt sind. Und drittens zeigen die bereits bekannten Daten, daß Müllverbrennungsanlagen nicht in der Lage sind, die gegenwärtigen Grenzwerte einzuhalten.
Wenn das Luftschadstoffbegrenzungssystem funktioniert, entfernt es die Schadstoffe aus der Luft, konzentriert sie aber in der Flugasche und erzeugt damit einen Sondermüllstrom, der weitere Behandlung erforderlich macht. Daher wird das Problem der Schadstoffemissionen nicht gelöst; die Schadstoffe werden einfach von einem Medium (Luft) in ein anderes (Feststoff oder Wasser) verlagert. Müllverbrennungsasche ist hochgiftig, unterliegt aber häufig völlig unzureichenden Vorschriften. Besonders Deponieablagerung ist unsicher, da Deponien Grundwasser schädigen; aber an manchen Orten wird die zurückbleibende Asche den Elementen überlassen oder verbreitet sich sogar über Wohngebiete oder Flächen zur Lebensmittelgewinnung.
Müllverbrennungsanlagen werden häufig bewußt in Nachbarschaft zu Armenvierteln mit Minderheitenbevölkerung gelegt, der Theorie folgend, daß politisch wenig einflußreiche Bevölkerungsgruppen weniger in der Lage sind, Widerstand zu leisten. Dies stellt eine Verletzung der grundlegender Anteile von Umweltgerechtigkeit dar.
Moderne Müllverbrennungsanlagen sind das bei weitem teuerste Herangehen an Abfallwirtschaft; allein die Baukosten können Hunderte Millionen US-Dollars verschlingen. Die Bau-und Unterhaltskosten einer Müllverbrennungsanlage sind zwangsläufig von der Öffentlichkeit getragen. Müllverbrennungsanlagen-Firmen haben verschiedene komplizierte Finanzierungsschemen ausgedacht, um öffentliche Hände in langfristige Zahlungen einzubinden, die sich häufig als verheerend für lokale Verwaltungen erwiesen haben. In den Vereinigten Staaten wurden viele Städte durch ihre Müllverbrennungsanlagen in den Ruin getrieben.
Müllverbrennungsanlagen erzeugen weniger Arbeitsplätze pro Tonne Müll als alternative Technologien und Verfahren wie das Recycling. Außerdem verdrängen Müllverbrennungsanlagen üblicherweise informelle Recycling-Netzwerke, zusätzliche Härten für die Ärmsten der Armen verursachend.
Müllverbrennungsanlagen werden häufig zu den Energieerzeugern gerechnet, da sie in der Lage sind, elektrische Energie zu erzeugen. Allerdings offenbart eine Kreislaufwirtschafts-Analyse, daß Müllverbrennungsanlagen mehr Energie vergeuden als sie erzeugen können. Der Grund dafür ist, daß die verbrannten Produkte durch neu hergestellte ersetzt werden müssen. Rohstoffe zu gewinnen und zu verarbeiten benötigt weit mehr Energie -und verursacht mehr Umweltschäden -als Wiederverwertung oder Produktion aus rückgewonnenen Stoffen verbrauchen würde.
Der größte Teil der Geschichte der Müllverbrennung fand in den nördlichen Ländern statt; südliche Zusammenhänge sind möglicherweise weit problematischer für diese Technologie. Das Fehlen von Kontrollmöglichkeiten bedeutet, daß Müllverbrennungsanlagen dort wahrscheinlich weit mehr Schadstoffausstoß haben als im Norden. Administrative Probleme, wie unsichere Budgets und Korruption, können die notwendige Wartung stören. Unterschiedliche äußere Umstände wie Wetter und Mülleigenschaften können den Betrieb schwierig oder unmöglich machen.
Schlußendlich muß eingesehen werden, daß Müllverbrennungsanlagen mit anderen Arten von Abfallwirtschaft unvereinbar sind. Müllverbrennungsanlagen konkurrieren um die selben
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Budgets und Abfallstoffe mit anderen Möglichkeiten der Abfallwirtschaft und unterminieren die Mülltrennungsmentalität, die sinnvollen Umgang mit Abfallstoffen vorantreibt.
Abschnitt 2: Die Alternativen
Abschnitt 2 behandelt Alternativen zur Müllverbrennung. Deponien sind keine vernünftige Alternative, weil sie nicht nachhaltig und umweltproblematisch sind. Vielmehr müssen Alternativen die gegenwärtige Betonung der Abfallentsorgung durch Recyceln aller Abfallstoffe zurück in die menschliche Ökonomie oder in die Natur selbst angreifen, um so vom Druck auf natürliche Ressourcen zu entlasten. Um dies zu erreichen, müssen drei Voraussetzungen der Abfallwirtschaft durch drei neue Prinzipien ersetzt werden. Anstatt anzunehmen, daß die Gesellschaft ständig steigende Müllmengen produziert, muß die Priorität bei der Müllvermeidung liegen. Reststoffe müssen getrennt gesammelt werden, damit jede Fraktion optimal kompostiert oder recycelt werden kann anstatt des gegenwärtigen Systems von Mischabfall-Entsorgung. Und die Industrie muss ihre Produkte für die Entsorgung nach Nutzung recyclingfreundlicher entwerfen.
Die gemischte Natur der Haushaltsabfallströme zerstört einen großen Teil des Stoffwertes. Organische Stoffe verschmutzen Recycelbares und Giftstoffe zerstören die Nutzbarkeit beider Fraktionen. Zusätzlich ist ein wachsender Anteil synthetischer Produkte und schwer recycelbare Anteile in den Abfallströmen enthalten; diese müssen entweder in der Herstellung so umstrukturiert werden, daß sie mit Recyclingsystemen verträglich sind oder gänzlich aus der Produktion genommen werden.
Städtische Müllprogramme müssen örtliche Gegebenheiten erfüllen, um erfolgreich zu sein, und keine zwei gleichen einander genau. Insbesondere Programme im Süden sollten nicht den Programmen im Norden nachempfunden werden, da sie in äußeren, ökonomischen, gesetzlichen und kulturellen Gegebenheiten von diesen sehr abweichen. Insbesondere der informelle Bereich (Müllsammler und Menschen, die vom Abfall leben) sind eine bedeutsame Komponente des existierenden Abfallsystems, und die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen muß ein zentraler Bestandteil eines jeden Abfallsystems im Süden sein. Ein solch erfolgreiches Beispiel ist das der zabbaleen von Kairo, die selbst ein Abfallsammel-und Recyclingsystem organisiert haben, das 85% des gesammelten Mülls aufteilt und 40.000 Menschen beschäftigt.
Grundsätzlich, ob Norden oder Süden, sind Systeme zur Behandlung organischen Abfalls die wichtigsten Komponenten der Siedlungsabfallsysteme. Organischer Abfall sollte kompostiert, wurmkompostiert oder an Tiere verfüttert werden, um dem Boden die Nährstoffe wieder zuzuführen. Dies gewährleistet außerdem einen unbelasteten Abfallstrom von Recycelbarem, der der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit alternativer Abfallströme ist. Recycling erzeugt mehr Arbeitsplätze pro Tonne Reststoff als jede andere Aktivität und erzeugt Stoffströme, die der Industrie zugeführt werden können.
Das größte Hindernis für Recycling allerdings ist, daß die meisten Produkte nicht für Wiederverwertung am Ende des sinnvollen Gebrauchs geeignet entworfen sind. Der Grund dafür ist, daß die Hersteller wenig ökonomisches Interesse daran haben. Erweiterte Herstellerverantwortung ist ein politischer Ansatz der erfordert, daß die Hersteller ihre Produkte inclusive Verpackung zurücknehmen. Die erzeugt dort die nötige Bereitschaft, die Produkte in Richtung Wiederverwertbarkeit bei Nutzungsende umzudesignen, ohne Verwendung schädlicher Stoffe. Allerdings ist EPR (Herstellerumweltverantwortung) nicht immer erzwingbar oder praktizierbar, sodaß dann Verbote gefährlicher oder problematischer Materialen die Produkte verträglich machen können.
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Produktverbote und EPR, um ein industrielles Umstrukturieren zu erzwingen auf der einen Seite, und Abfallstromentkoppelung, Kompostierung und Recycling auf der anderen Seite, alternative Systeme können den Großteil der Siedlungsabfälle von Deponierung und Müllverbrennung abkoppeln. Viele Gesellschaften haben 50% und mehr Trennrate erreicht, und einige haben Komplettvermeidung vor Augen.
Die Gesundheitsfürsorge ist Quelle bedeutender Müllmengen, von denen einige recht teuer in der Behandlung sein können. Aber nicht der gesamte Abfall der Gesundheitsfürsorge ist potentiell infektiös oder gefährlich. Der mengenmäßig größte Anteil des in Betrieben der Gesundheitsfürsorge anfallen Mülls ist mit Siedlungsabfällen identisch. Ein rigoroses quellenabhängiges Mülltrennungssystem ist essentiell, um den prozentual geringfügigen Anteil potentiell infektiöser oder gefährlicher Abfälle vom Hauptmüllstrom zu trennen.
Potentiell infektiose Abfälle benötigen Behandlung und Entsorgung, und verschiedene verbrennungsunabhängige sind verfügbar, um diese Abfälle keimfrei zu bekommen. Diese Technologien sind grundsätzlich preiswerter, technisch weniger kompliziert und weniger schadstoffbehaftet als Verbrennungsanlagen.
Ein weiter Bereich chemischer gefährlicher Abfallstoffe, Pharmazeutika eingeschlossen, werden in geringen Mengen in Betrieben der Gesundheitsfürsorge hergestellt. Diese sind für Verbrennung nicht zugänglich. Einige, wie Quecksilber, sollten durch Änderungen im Einkauf eliminiert werden; andere können recycelt werden; das Übrige sollte sorgsam gesammelt und an den Hersteller zurückgesandt werden. Fallstudien zeigen, wie diese Prinzipien in recht verschiedenen Umgebungen funktionieren, wie zum Beispiel in einer Geburtsklinik in Indien und einem großen städtischen Krankenhaus in den Vereinigten Staaten.
Gewerbeabfälle aus industriellen Prozessen sind meist nicht si uneinheitlich wie Siedlungs-oder Krankenhausabfälle, aber viele davon enthalten gefährliche Chemikalien. Saubere Produktion ist ein Herangehen an industrielle Umstrukturierung, die bestrebt ist, gefährliche Nebenprodukte zu eliminieren, den Gesamtschadstoffausstoß zu verringern und Produkte und Sekundärabfälle zu erzeugen, die in ökologischen Kreisläufen sicher sind. Die Prinzipien sauberer Produktion sind:
- das Vorsorgeprinzip, das Vorsorge angesichts fehlender wissenschaftlicher Erkenntnisse einfordert - das Vorbeugungsprinzip, das darauf baut, daß Gefahrvermeidung vor Gefahrenabwehr stellt - das demokratische Prinzip, das alle, die von einer Entscheidung betroffen sind, das Recht zur Beteiligung an der Entscheidung haben -und das ganzheitliche Prinzip, das ein integriertes Kreislaufkonzept als Ansatz bei umweltbeeinflussender Entscheidungsfindung dient Ein Bündel an Werkzeugen ist anzuwenden, um saubere Produktion zu vollziehen, von politischen Maßnahmen wie Informationsrecht und Gebührenreformen zu UN Beihilfe an Firmen, die sich in sauberer Produktion engagieren.
Saubere Produktion kann keine Antwort auf das Problem toxischer Altlasten sein, die eine gewisse Art Beha ndlung neben Verbrennung erfordert. Eine Anzahl von Programmen beinhaltet sich entwickelnde Technologien, die sich mit diesem Problem befassen. Die Standards, die sich aus solchen Technologien entwickelt haben, sind:
-hohe Abbaurate Waste Incineration: A Dying Technology
- Beinhaltung sämtlicher Nebenprodukte - Identifizierung aller Nebenprodukte - und, keine unkontrollierte Freisetzung. Einige sich abzeichnende Technologien erfüllen diese Kriterien und wurden in Japan, Kanada und Australien zur PCB-Zerstörung ausgewählt sowie in den Vereinigten Staaten zur Zerstörung chemischer Kampfstoffe. Das U.S. Chemiewaffenprogramm ist ein weitreichender Erfolg aufgrund starker öffentlicher Beteiligung, die ein widerstrebendes Gouvernment bewegte, Technologien ohne Verbrennung, die sicherer sind, zu erforschen und möglicherweise auszuwählen.
Abschnitt 3: Löschen der Flammen
Abschnitt 3 behandelt die weltweit wachsende Zurückweisung der Müllverbrennung. Öffentlicher Widerstand hat viele geplante und vorhandene Müllverbrennungsanlagen eliminiert und hat in lokalen, nationalen und sogar internationalen Gesetzen seinen Niederschlag gefunden. Der Widerstand der Bevölkerung gegen Müllverbrennung ist erdumfassend: hunderte von Organisationen öffentlichen Interesses in Dutzenden von Staaten sind im Kampf gegen Müllverbrennung engagiert und bevorzugen Alternativmethoden.
In den Vereinigten Staaten verursachten wirtschaftliche Interessen und eine Krise überfüllter Deponien ein Boom zum Bau von Müllverbrennungsanlagen in den 1980er Jahren. Aber der Boom brachte eine massive Umweltbewegung hervor, die mehr als 300 geplante Müllverbrennungsanlagen verhinderte. Die Aktivisten kämpften für höhere Emissionsstandards und Entfernung von Subventionen, die Ende der 1990er Jahre diese Industrie beinahe zum Erliegen brachte.
In Japan, dem müllverbrennungsintensivsten Land der Erde, ist der Widerstand gegen Müllverbrennung beinahe überall vorherrschend, mit Hunderten von Anti-Dioxin-Gruppen, die landesweit arbeiten. Öffentlicher Druck bewirkte die Stilllegung von mehr als 500 Müllverbrennungsanlagen in den letzten Jahren, aber japanische Firmen und die Regierung sind immer noch stark involviert in der Müllverbrennungsindustrie.
In Europa hat der Widerstand die Form von Anwendungsalternativen angenommen. Einige Bereiche haben Müllerzeugung drastisch reduziert obwohl trotz steigender Einwohnerzahlen. Als Ergebnis gibt es nur einen geringfügigen Markt für den Neubau von Müllverbrennungsanlagen in Europa.
In Mozambique haben Bürger ohne Ansehen von Klasse und Farbe die erste la ndeseigene Umweltorganisation gegründet. Mit großem Rückhalt willkommen als Rückkehr der bürgerlichen Gesellschaft nach dem Bürgerkrieg, gelang es der Organisation, die geplante Verbrennung von Pestiziden in einer zu einer Wohngegend benachbarten Zementfabrik zu verhindern.
Anderswo mußten Aktivisten auf Proteste und direkte Aktionen zurückgreifen. Aber mehr und mehr schlägt sich öffentlicher Widerstand in Gesetzesform nieder. Gesetzgebungen wurden in 15 Staaten mit teilweisen Müllverbrennungsverboten verabschiedet, und in einem Staat, auf den Philippinen, wurde Müllverbrennung grundsätzlich untersagt.
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Auch internationales Recht beginnt der Müllverbrennung Rechnung zu tragen. Drei Prinzipien internationalen Rechts -Vorsorge, Vermeidung und Begrenzung grenzüberschreitender Auswirkungen -sind im Widerstreit mit Müllverbrennung.
Vorsorge ist in den Konventionen von OSPAR, LRTAP, Bamako und Stockholm und der Deklaration von Rio erwähnt, neben anderen Dokumenten. Da Müllverbrennung tatsächlich ein unkontrollierter Vorgang ist, mit unbekannten Nebenprodukten, und weil viele dieser Nebenprodukte bereits die menschliche Gesundheit beeinträchtigen, ist vom Standpunkt der Vorsorge aus Müllverbrennung zu vermeiden.
Vorbeugung und Vermeidung ist verbreitet in internationalem Recht erwähnt, am spezifischsten in der Bamako Konvention, die Müllverbrennung ausdrücklich als unvereinbar mit Vermeidung und sauberen Produktionsmethoden festlegt.
Die Begrenzung grenzüberschreitender Auswirkungen ist ein gemeinsamer Grundsatz internationalen Rechts; noch widersprechen Müllverbrennungsnebenprodukte, da sie sich weltweit verbreiten, deutlich diesem Prinzip.
Die Konventionen von London, OSPAR und Bamako beinhalten auch Verbote der Müllverbrennung auf hoher See und in Küstengewässern.
Die Konvention von Stockholm verbietet Müllverbrennung zwar nicht ausdrücklich, unterwirft sie aber erheblichen Einschränkungen im Gebrauch. Vier der 12 der Konvention unterworfenen Chemikalien sind Nebenprodukte der Müllverbrennung und die Konvention verlangt eine kontinuierliche Minimierung und Eliminierung dieser Stoffe. Insbesondere spricht die Konvention von Stockholm von Gesamtemissionen, nicht nur von atmosphärischen Emissionen und fordert die Staaten auf, nicht nur die Freisetzung zu verhindern, sondern auch für die Vermeidung der Bildung dieser Stoffe Sorge zu tragen. Da die Entstehung dieser vier Chemikalien bei der Müllverbrennung praktisch unvermeidlich vonstatten geht, sendet diese Vorlage ein klares Signal, daß das Ende der Müllverbrennung vorgezeichnet ist.
Verfasst von Neil Tangri, Essential Action, USA, für die Global Alliance for Incinerator Alternatives/Global Anti-Incinerator Alliance (GAIA).
Deutsche Übersetzung: Ingo Gödeke, Chemielaborant i.R., Bundesrepublik Deutschland, für die Global Alliance for Incinerator Alternatives/Global Anti-Incinerator Alliance (GAIA).
GAIA Secretariat
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