StartseitePressespiegel

Bestürzung und Freude über gekipptes EBS-Kraftwerk


SOTEC gibt Planungen für ein 85 Millionen Euro teures Kraftwerk in Trostberg auf - Sorge bei der Papierfabrik Rieger um künftige Energieversorgung –

Das war vor einem Jahr: Bürger von Trostberg, Mitarbeiter von Rieger und AlzChem demonstrierten für die Zustimmung zum geplanten Kraftwerk und damit für ein „nein“ im Bürgerentscheid. Im Bürgerentscheid Anfang Februar 2007 waren die EBS-Kraftwerksgegner knapp unterlegen. (Foto: ede)

Trostberg. Aus für das EBS-Kraftwerksprojekt in Trostberg! Die SOTEC GmbH (Saarbrücken) hat angekündigt, die Pläne, am Standort Trostberg ein Kraftwerk auf Basis von Ersatzbrennstoffen (EBS) zu errichten, nicht weiter verfolgen. Vor allem der regionale Papierhersteller Rieger hatte auf dieses Kraftwerk gehofft. Eine eigens gegründete Bürgerinitiative hatte dagegen gekämpft. Noch vor knapp einem Jahr war jedoch ein gegen das EBS-Kraftwerksprojekt angestrengtes Bürgerbegehren knapp für dasProjekt ausgegangen. (Heimatwirtschaft berichtete wiederholt zum EBS-Projekt.)
SOTEC sieht laut Unternehmensnachricht „die Wirtschaftlichkeit des Projektes nicht mehr gegeben.“ Dafür seien mehrere Faktoren verantwortlich. Zum einen hätten sich seit Beginn der Projektbearbeitung deutliche Preissteigerungen bei den Anlagenbauern ergeben. Zum anderen habe sich auch die von der Politik erwartete aufwändigere Verfahrenstechnik bei der Rauchgasreinigung negativ auf die Gesamtkalkulation ausgewirkt.
Hinzu kämen weitere Kosten steigernde standortspezifische Maßnahmen wie zusätzliche Lärmschutzvorkehrungen. Diese zusätzlichen Belastungen aufzufangen, gebe der Abfallmarkt gegenwärtig nicht her. Es sei nicht möglich, die notwendigen langfristigen Abfall-Lieferverträge mit ausreichenden Mengen zu wirtschaftlichen Konditionen zu schließen. In dem Kraftwerk sollten jährlich rund 150 000 Tonnen Ersatzbrennstoffe wie aufbereitete Gewerbeabfälle thermisch behandelt werden. Die dabei entstehende Energie war für die Papierfabrik Rieger vorgesehen. „Die Entscheidung der Firma SOTEC sich von dem Projekt EBS-Kraftwerk in Trostberg zurückzuziehen, ist ein verheerender Rückschlag für die mittel- und langfristige Energieversorgung der Papierfabrik“, wertet die Geschäftsführung von Rieger in Trostberg das Aus. Trotzdem könne man die Entscheidung der Firma SOTEC, „das wirtschaftliche Risiko einer 85 Millionen-Euro-Investition an einem perspektivisch fragwürdigen Industriestandort nicht einzugehen, verstehen“, ergänzen Klaus Müller und Andreas Noss für die Rieger-Geschäftsführung.
Auch die AlzChem Trostberg GmbH nimmt „mit Bedauern die Entscheidung der SOTEC über die Beendigung des Projektes Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBS) zur Kenntnis.“ „Wir haben viel Zeit und Energie in dieses Projekt investiert in der Hoffnung, einen wichtigen Beitrag für die Zukunftssicherung des Industriestandorts Trostberg zu leisten. Allen beteiligten Unternehmen, den Vertretern der Stadt, der IGBCE, sowie den Trostberger Bürgern, die uns bei diesem Projekt unterstützt haben, danke ich für ihr Vertrauen“, so Stefan Greger Geschäftsführer der AlzChem Trostberg GmbH. „Ich hoffe, dass es der Papierfabrik Rieger gelingt schnell eine alternative Lösung für ihr drängendes Energieproblem zu finden.“
Für Rieger, so die Geschäftsführer Klaus Müller und Andreas Noss, bedeute diese Entscheidung noch nicht, „dass wir ein Reststoff-Verbrennungsprojekt hier am Standort aufgeben. Wir werden prüfen, ob dies auf unserem Gelände möglich ist. Es gibt nach wie vor dazu keine Alternative, um die Papierfabrik langfristig an diesem Standort zu sichern.“
Die meisten Papierfabriken in Deutschland gehen den Weg der Reststoff-Verbrennung, um die energiereichen Sortierabfälle aus dem Papierrecycling zu nutzen. Eine Energieversorgung auf Basis fossiler Brennstoffe sei nicht kalkulierbar und wettbewerbsfähig. Daher werde man mit „Volldampf“ weiter an Energieversorgungs-Konzepten arbeiten. Dazu gehöre auch die mittelfristige Option, alternative Standorte mit entsprechender Infrastruktur zu prüfen.
Der Bürgerentscheid im Februar 2007 habe bewiesen, dass es eine Mehrheit für Trostberg als Industriestandort gibt. Auf dieser Basis müssten konstruktive Konzepte für Investitionen in Trostberg entwickelt werden - zentrales Thema sei die schnelle Lösung der Verkehrssituation um die Zukunft dieses Standorts aufrecht zu erhalten. Rieger in der Unternehmensmitteilung: „Verhinderer und Angstmacher dürfen nicht die treibenden Kräfte in Trostberg sein.“
Ganz anders die Reaktion im Lager der Gegner des EBS-Projektes: „Mit großer Freude und Erleichterung, aber ohne Triumphgefühle, hat die BI Saubere Energie für Trostberg e.V. die überraschende Aufgabe des EBS-Projekts durch die Firma Sotec“ zur Kenntnis genommen, erklärte gestern BI-Sprecher Stefan Schulz: „Wir sehen uns an einem Etappenziel angekommen, das wir seit über einem Jahr mit großem Einsatz und im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern angestrebt haben“, erklärte der Sprecher.
ede





Bund Naturschutz in Bayern

/ Kritik am EBS-Kraftwerk Trostberg
Erich Jauss zieht Parallelen zwischen der MVA-Burgkirhen und dem EBS-Kraftwerk Trostberg. 
 
Beim geplanten EBS-Kraftwerk in Trostberg handelt es sich um eine Müllverbrennungsanlage für 150.000 to pro Jahr. Welche Probleme damit  verbunden sein können, wissen  wir seit  die MVA Burgkirchen geplant wurde und in Betrieb ging: Große Versprechungen und Fehleinschätzungen z.B. bezüglich Müllbeschaffung und Energieverwertung. Die versprochene  Abnahmemenge und der zugesagte Preis für den Dampf  waren erheblich höher als nach Inbetriebnahme eingehalten wurde. Die genehmigte Kapazität  von 195.000 to wurde  in den letzten Jahren laufend überschritten und liegt heute bei  230.000 to pro  Jahr. Wer hat dafür eigentlich die Genehmigung erteilt und wie wirkt sich diese Erhöhung auf die Rauchgasreinigung aus?  Die Abgasmenge von 1.300 Mio  Kubikmeter pro Jahr hat sich um weitere23 Mio erhöht. Zusätzlich  erhöht sich die spez. Schadstoffmenge. So hat sich seit 2004 der Quecksilbergehalt von 0,4 Mikrogramm pro Kubikmeter auf 1,3  verdreifacht und bei den hochgiftigen Dioxinen von 0,0008 Nanogramm pro Kubikmeter auf 0,004 verfünffacht (Quelle ZAS). Hier ist noch Abstand zu den zulässigen Grenzwerten vorhanden.
Fragt sich nur wie lange noch?

Zur geplanten Trostberger  MVA: Der vorgesehene Brennstoffmix soll aus Gewerbe- und Industrieabfällen incl. von AlzChem-Abfällen, die z.Zt. in  der  Sondermüllverbrennungsanlage Ebenhausen behandelt werden, bestehen... Was bis heute über das Rauchgasreinigungssystem veröffentlicht wurde, läßt befürchten, daß die gesetzlichen Vorschriften nur knapp eingehalten werden können. Mit Verschleiß der Anlage und höherem  Mülldurchsatz wird auch hier  - wie in Burgkirchen – die Schadstoffmenge im Abgas steigen.

Prof. A.Goeschel  hat heute schon für  unseren Landkreis gegenüber vergleichbaren Landkreisen höhere Krankheitszahlen z.B. im Bereich der Atemwege festgestellt. Die Menschen der Landkreise Altötting und Traunstein sollten sich möglichst schnell überlegen wie sie Lebensqualität definieren wollen.

Erich Jauß Bund Naturschutz, Heubergweg 1, 84508 Burgkirchen



Bund Naturschutz in Bayern - Sieg über die Müllver

Großes Aufatmen in Trostberg: Am 29. Januar 2008 gibt die bundesweit tätige Firma SOTEC bekannt, dass sie  ihre Pläne, mitten in Trostberg eine Müllverbrennungsanlage zu errichten, aufgeben will. Das EBS-Kraftwerk (EBS = Ersatzbrennstoffe) hätte eine Jahreskapazität von 150000 to gehabt; in die Rauchgasreinigung hätte man 23000 to Industrieabwässer eingedüst, die bisher als Sondermüll entsorgt werden mussten. Das wäre die erste Anlage dieser Art in Deutschland gewesen -  eine neue Dimension der Umweltverschmutzung. Es sah nicht gut aus für die Gesundheit der Trostberger Bürger: Der Stadtrat hatte einstimmig einer Änderung des Bebauungsplans zugestimmt; die Bürger wurden erpresst mit der Drohung, ohne die billige Energie aus dem EBS-Werk müsse die benachbarte Papierfabrik Rieger schließen und es gingen dadurch 200 Arbeitsplätze verloren. Das von der Bürgerinitiative „Saubere Energie für Trostberg“,  und den lokalen Umweltvereinen initiierte und von der BN-Kreisgruppe Traunstein unterstützte Bürgerbegehren gegen die Anlage scheiterte mit 48% zu 52%  nur ganz knapp.
Das rief aber die Kräfte des Widerstands erst recht auf den Plan. Die EBS-Gegner starteten eine breit angelegte Informationskampagne  Zu den Aktivitäten gehörten z.B. zahlreiche Infostände, eine Luftballon-Aktion, die Einrichtung eines Runden Tisches, dem auch der Bund Naturschutz angehörte. Die Allianz zwischen der engagierten Bürgerinitiative vor Ort und dem landes- und bundesweit tätigen BN bzw. BUND bewährte sich.  Innerhalb von neun Monaten traten der BI 500 Mitglieder bei, und auf dem Spendenkonto für eine mögliche gerichtliche Auseinandersetzung sammelte sich ein ansehnlicher Betrag.
Für die nach dem verlorenen Bürgerentscheid einsetzende Aufklärungskampagne konnten neben oppositionellen  Landespolitikern auch die besten Fachleute aus dem Bundesgebiet gewonnen werden. Nacheinander kamen nach Trostberg: Der Hamburger Umwelttoxikologe Prof. Kruse, der renommierte Gutachter für Umwelttechnik, Dip. Ing. Peter Gebhardt (Salzböden) und der Umweltwissenschaftler Prof. Dr. Michael Braungart (Lüneburg und Hamburg). Die Trostberger Bürger konnten sich davon überzeugen, das die geplante Anlage die Grenzwerte nur knapp erreichen, aber weit hinter dem möglichen Stand der Technik zurückbleiben würde. Ebenso wurde deutlich, dass es in Deutschland bereits viel zu viele Müllverbrennungswerke  gibt und dass auch ohne die Trostberger Anlage schon der Müll aus ganz Europa zusammengekarrt werden muss, um die Kapazitäten auszulasten. In einem leidenschaftlichen Referat prangerte Prof. Braungart die Müllverbrennung als Steinzeittechnologie an. Die EBS-Kraftwerke würden stoffliches Recycling und die Entwicklung recyclingfähiger Produkte verhindern. Die Kampagne zeigte  Wirkung: Im Trostberger Stadtrat brach die große Nachdenklichkeit aus, die SOTEC zog ihren Antrag auf Eindüsung der Mutterlaugen zurück. Die engagierten Bürger fühlten angesichts  des stark verbesserten Informationsstandes,  dass die Zeit für ein zweites Bürgerbegehren gekommen war. Mitten in die einleitende Unterschriftensammlung hinein platzte jetzt die Nachricht vom endgültigen Rückzug des Betreibers.
Ein guter Tag für Trostberg, für Bayern und für ganz Deutschland!



europaticker Geplanten EBS-Kraftwerk in Trostberg

SOTEC stellt klar, dass im vorgesehenen Kraftwerk kein Klärschlamm und kein Sondermüll verbrannt werde

Kunststoffe, Papier, Holz und Pappe, das sind nach Angaben von Michael Manthey, dem Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Sotec-GmbH mit Sitz in Saarbrücken, die Brennstoffe, die im geplanten EBS-Kraftwerk in Trostberg verbrannt werden sollen, um Strom und Dampf für den Bedarf der Papierfabrik Rieger zu erzeugen. Er stellte klar, dass die beim Bürger ankommenden Immissionen aus dem Werk an der Irrelevanzgrenze liegen werden. Die Emissionen am Kamin können, falls die Behörde dies wünscht, per Fernüberwachung nachgeprüft werden.

Manthey stellte klar, dass im vorgesehenen Kraftwerk kein Klärschlamm und kein Sondermüll verbrannt werde. Geprüft werde der Einsatz flüssiger Produktionsrückstände der Degussa AG in der ersten Stufe der Rauchgasreinigung, der Entstickungsanlage. Durch das Einspritzen der wässrigen Lösung in den heißen Rauchgasstrom komme es zu einer Entstickung des Rauchgases. Die schädlichen Stickoxide würden in elementaren Stickstoff und Sauerstoff zerlegt. Durch den Einsatz dieser flüssigen Produktionsrückstände könne auf die Verwendung des sonst allgemein eingesetzten Ammoniaks verzichtet werden.

In den sich anschließenden Stufen der Rauchgasreinigung würden weiterhin die sauren Schadstoffgase, die Schwermetalle sowie Dioxine und Furane so minimiert, dass am Kamin die strengen gesetzlichen Grenzwerte für Luftschadstoffe sicher unterschritten werden.

Manthey berichtete weiter, dass es keine behördlich festgelegte Gesamt-Emissionsgrenze gebe. Entscheidend seien die Immissionen, die beim Bürger ankommen. Durch den Neubau des Kraftwerkes werde dem Wachsen der örtlichen Industrie kein Riegel vorgeschoben. Negativ waren seine Aussagen zu einem möglichen Transport des Brenngutes per Bahn. Das sei unwirtschaftlich. Am Bau der Straße könnte sich Sotec aber finanziell beteiligen, machte er im Interview erstmals öffentlich:

In der UVA-Zusammenkunft am vergangenen Montag wurde insbesondere die mangelhafte Informationspolitik der Firma Sotec angeprangert. Warum sagt Ihr Unternehmen nicht klipp und klar, was in dem geplanten Kraftwerk verbrannt werden soll, welche Schadstoffe dabei entstehen und was letztlich in die Luft gelangt? Was wird nun tatsächlich verbrannt?

Manthey: "Dieses Thema wurde ausführlich auf der Pressekonferenz am 26. Juli in Trostberg erläutert. In Trostberg ist keine Sondermüllverbrennungsanlage geplant. Zur Verbrennung kommen nur zuvor aufbereitete Brennstoffe, die durch mechanische Aufbereitung aus Gewerbeabfällen gewonnen werden. Ziel dieser Aufbereitung ist die Anhebung des Heizwertes, die Senkung der Schadstofffrachten und die Herstellung konstanter physikalischer Brennstoffeigenschaften. Der Brennstoff setzt sich im Wesentlichen aus Kunststoffen, Papier, Holz und Pappe zusammen. Die Zusammensetzung und Eigenschaften des Brennstoffes werden vertraglich mit den Lieferanten geregelt. Die Maximalwerte für enthaltene Schadstoffe wie Chlor und Schwefel (zum Beispiel in Kunststoffen enthalten) werden genau vorgegeben.

Wie wird die Einhaltung der Grenzwerte überwacht. Erledigen das unabhängige (behördliche) Stellen. Was passiert, wenn die Grenzwerte überschritten werden?

Manthey: "Die Einhaltung der Grenzwerte wird durch die Genehmigungsbehörde überwacht. Es werden zahlreiche reglementierte Schadstoffe kontinuierlich gemessen und mit den Betriebsparametern abgeglichen, das heißt auf Normbedingungen umgerechnet und klassiert. Somit ist es möglich, die Emissionen der Anlage für jeden Zeitpunkt des Betriebes nachzuvollziehen und zu überprüfen. Weitere Schadstoffe wie Dioxine und Furane werden in der Regel einmal jährlich gemessen. Die nach der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung vorgegebenen Grenzwerte werden sicher eingehalten. Wenn von der Überwachungsbehörde gewünscht, richtet Sotec eine Schnittstelle zur Fernüberwachung ein. Die Behörde hat somit jederzeit Zugriff auf die Daten des Emissionswerterechners. Darüber hinausgehend hat sich die Sotec bereits öffentlich verpflichtet, an der Werksgrenze eine so genannte elektronische Emissionstafel aufzustellen. An dieser sind neben den vorgegebenen Grenzwerten auch die jeweils aktuellen Emissionsdaten dargestellt. Ergibt sich aus Messungen, dass Grenzwerte nicht erfüllt werden, teilt dies der Betreiber der zuständigen Überwachungsbehörde unverzüglich mit und trifft unverzüglich Maßnahmen für einen ordnungsgemäßen Betrieb. Gelingt dies nicht, wird die Anlage außer Betrieb genommen."

In der UVA-Versammlung hat ein Teilnehmer behauptet, in Trostberg sei die GesamtEmissionsgrenze bereits nahezu erreicht. Käme das EBSKraftwerk gäbe es für die ansässige Industrie keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten mehr. Ist das richtig. Gibt es dazu überhaupt Erkenntnisse?

Mantey: Eine Gesamt-Emissionsgrenze für einen einzelnen Ort oder eine Region wird behördlicherseits nicht festgelegt. Relevant sind hier zudem die Immissionen, also die auf Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das Wasser und die Atmosphäre einwirkenden Luftverunreinigungen. Zur Ermittlung der aus dem Betrieb des Ersatzbrennstoff-Heizwerkes rührenden Immissionen hat Sotec ein unabhängiges Institut mit der Erstellung einer Ausbreitungsrechnung beauftragt. Ergebnisse liegen derzeit noch nicht vor. Erwartet wird jedoch eine Zusatzbelastung an der Irrelevanzgrenze (= 3 Prozent des Imissionsgrenzwertes. Das ist die gesetzlich festgelegte Größe, bei der die Bürger an Leib und Leben keinen Schaden erleiden und die die Lebensqualität nicht negativ beeinflussen. 3 Prozent dieses Grenzwertes bilden die Irrelevanzgrenze - Anmerkung der Redaktion). Einschränkungen für die Entwicklung der ansässigen Industrie oder Behinderungen von Neuansiedlungen können ausgeschlossen werden."

Der Bund Naturschutz hat sich an den Bürgermeister und ans Landratsamt gewandt, mit der Bitte um Informationen. Haben auch die tatsächlich keine außer denen, die in den Pressekonferenzen bekannt wurden?

Manthey: Die Unterlagen für den Genehmigungsantrag sind noch zu erarbeiten. Teil des Genehmigungsantrages sind auch Gutachten unabhängiger Sachverständigenbüros. Die Auswahl der Gutachter erfolgt einvernehmlich mit der Genehmigungsbehörde. Dies ist derzeit noch nicht erfolgt. Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, wird Sotec die Öffentlichkeit umfassend informieren."

Es wird immer wieder ins Gespräch gebracht, man sollte doch Holz verfeuern. Wäre das eine Alternative? Sotec baut doch auch solche Kraftwerke.

Manthey: Sotec betreibt keine Anlagen zur Holzverbrennung. Derzeit wird der alternative Einsatz von Holz als Brennstoff nicht untersucht.

Die UVA-Vorsitzende Gisa Pauli beklagt die fehlende Infrastruktur. Damit meint sie insbesondere die Anfuhr der Brennstoffe und die Abfuhr der Schlacke. Zwischen Trostberg und Tacherting ist ein BioEnergiepark geplant, zu dem große Mengen Material gefahren werden soll. Dazu soll sogar ein eigener Gleisanschluss gelegt werden. Zur Degussa gibt es den Anschluss. Den zu nutzen, kann doch kein unüberwindliches Problem sein. oder?

Manthey: "Ein Fachbüro für Bahnlogistik hat verschiedene Varianten mit Gleisanschluss untersucht. Darunter auch einen Shuttle-Transport für Lastwagen ab Traunstein. Aufgrund der Mehrkosten für den Lkw-BahnUmschlag und den reinen Bahntransport haben sich alle diese Varianten als unwirtschaftlich erwiesen."

Im Hintergrund spukt immer der Bau einer Südanbindung an die positiv raumgeordnete Netzergänzung Ost. Welche Möglichkeiten sehen Sie, diese Netzergänzung Ost zu forcieren und wer soll die Sündanbindung finanzieren? Ist es richtig, dass hier die Firma Sotec zumindest in Vorleistung treten würde?

Manthey: "Sotec ist grundsätzlich bereit, sich an der Finanzierung der Südanbindung des Degussa-Geländes zur geplanten Umgehungsstraße zu beteiligen. Über Details muss noch verhandelt werden."

Die Stadt Trostberg bietet in Zusammenarbeit mit der Firma Sotec am 22. September eine Fahrt zur Besichtigung des Sotec-Kraftwerkes in Neunkirchen und der Sortieranlage in Gaggenau an. Bislang haben sich dazu nur fünf Bürger angemeldet. Wie werten Sie diese Tatsache?

Manthey: "Die derzeit geringe Anzahl von Anmeldungen für die Besichtigungsfahrt nach Gaggenau und Neunkirchen finden wir bedauerlich. Da jedoch noch mehr als zwei Wochen bis zum Besichtigungstermin verbleiben, hoffen wir auf zahlreiche weitere Anmeldungen. Jeder interessierte Bürger hat an diesem Termin die Möglichkeit, sich vor Ort über eine Aufbereitungsanlage für Ersatzbrennstoffe zu informieren und den Ersatzbrennstoff in Augenschein zu nehmen. Zudem wird das Sotec-Abfallheizkraftwerk in Neunkirchen besichtigt. Es besteht dort die Möglichkeit zur Diskussion mit Vertretern der Stadt Neunkirchen."











Umweltschutzverband Alztal:
Müllverbrennungsanlage / Industrieverbrennungsanlage oder verharmlosend "EBS-Kraftwerk?"

Seit 2005 wird die Müllverbrennungsanlage in Trostberg hinter verschlossenen Türen diskutiert!
Im Jahre 2006 wird die Planung der Öffentlichkeit präsentiert.
Hr. Bürgermeister Sperger und die Betreiber zeigen sich Schulter an Schulter.
Die Veranstaltung im Juni 2006 wurde zum Desaster:
Es konnte weder gesagt werden, was nun verbrannt werden soll, noch was Trostberg erwartet.
Von Abgaswerten und Voruntersuchungen ganz zu schweigen!
Den Bürgern wurde mitgeteilt, dass man die Unterlagen Zuhause vergessen habe!
Wiederholt wird von Bürgermeister Sperger beteuert, dass er nicht wisse, was verbrannt werden soll und welche Emissionen die Anlage verursacht!
Auf dieser Grundlage hat der gesamte Stadtrat Trostberg entschieden, so eine Anlage mitten in der Stadt zuzulassen!
Auf Initiative des Umweltschutzverbandes wurde das Thema veröffentlicht und mit Erfolg das Interesse der Bevölkerung zum Kraftwerk geweckt.
Auf Druck der Öffentlichkeitsarbeit sieht sich der Betreiber nun gezwungen, eine Informationsfahrt nach Neunkirchen zu organisieren. 
Hier wurden Daten und Emissionsausbreitungs- Rechnungen gezeigt.
Vom Umweltschutzverband  wurden die Daten der Fa. SOTEC veröffentlicht.
Jetzt distanzieren sich die Betreiber von diesen Fakten und bezeichnen diese als falsch.
Was soll man davon halten?
Ein Bürgerbegehren gegen den Stadtratsbeschluss zum EBS-Kraftwerk wurde eingeleitet.
Denkbar knapp wurde dieses mit ca. 48% verloren.
Die Firmen Rieger, Alzchem, SOTEC und die Parteien: CSU, SPD, FW, sowie alle Stadträte, Gewerbe- und Wirtschaftsverband einschließlich Bürgermeister Sperger plädierten öffentlich für den Bau der Müllverbrennung!
Von der Wirtschaft wurde vollmundig in diesem Zusammenhang von Arbeitsplatzgarantie gesprochen!
Zwei Wochen vor dem Bürgerentscheid schränkt die Presse Leserbriefe und Veranstaltungsberichte von der Bevölkerung ein.  
Angst um den Arbeitplatz macht sich in der Trostberger Bevölkerung breit.
Bürgerentscheid:
Mit nur 216 Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 5650 Stimmen - war die Bürgerinitiative den Befürwortern unterlegen.

Der UVA stellt im Rahmen der Bürgerversammlung 2007 zwei Anträge zum EBS-Kraftwerk:
1) Erstellung eines Imissionskatasters
2) Anlieferung des Mülls auf der Schiene
Bis heute ist nicht im Detail bekannt, was eigentlich verbrannt wird.
Bislang sind keine Emissionswerte vom Betreiber sichtbar.
Bis heute gibt es keine Garantie für nur einen Arbeitsplatz.

Ganz im Gegenteil:
Es wurde im Herbst 2007 die Entlassung von 33 Alzchem - Mitarbeitern im Trostberger Tagblatt angekündigt.
Weiteres Vorgehen:
Wir werden die nächsten Schritte sehr genau verfolgen und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um für das starke Votum der Projektgegner mehr gesundheitliche und umweltschützerische Belange einzufordern.
Dazu hat der UVA jetzt die Anerkennung auf Klagerecht vom Umweltbundesamt in Dessau bekommen.

Das jüngste Gerichtsurteil in Sachen Feinstaub arbeitet dem Umweltschutzverband entgegen.
Mit einem EBS-Kraftwerk werden die Feinstaubwerte weiter erhöht.
Was macht ein EBS-Kraftwerk für die Betreiber so interessant?

Lt. unseren Informationen erhält der Betreiber, Fa. SOTEC, 170...190€ pro Tonne Müll, welcher verbrannt wird.
Bei 160.000to/Jahr sind das 28,8 Mio. €
Hinzu kommen noch ca. 15 Mio. € Energieeinnahmen von Fa. Rieger.
Sind also 43,8 Mio. € Einnahmen pro Jahr.
Angeblich rechnet sich die Anlage nicht, wenn der Müll per Bahn angeliefert wird, da dies jährlich 2 Mio. Euro Mehrkosten wären, so die Auskunft von Fa. SOTEC.
Bei geplanten Baukosten in Höhe von 80 Mio. € ist doch die Anlage in Zwei Jahren abbezahlt!
Wir sind der Meinung, dass hier Gewinnmaximierung vor den berechtigten Sorgen der Bewohner unserer Stadt geht!
Und das vom kompletten Stadtrat einstimmig unterstützt!

Vielleicht wäre auch unser Stadtrat gut beraten gewesen, die Gewerbesteuereinnahmen zu diesem Projekt vertraglich für unsere Stadt zu sichern!

Die Fa. Rieger beteuert "wir müssen schließen, wenn die Müllverbrennungsanlage nicht gebaut wird..." Gleichzeitig wird im Jahr 2006 das beste Produktionsergebnis der gesamten Firmengeschichte eingefahren! (Bericht im TT, 30.12.2006).
Außerdem behauptet Rieger:
"Die nächsten 15 Jahre sind die Arbeitsplätze bei Rieger sicher, wenn das EBS-Kraftwerk gebaut wird..."
Jetzt, nachdem die Anlage gebaut werden kann, ist im Trostberger Tagblatt zu lesen:
 "...Arbeitsplätze bei Rieger sind jetzt sicherer..."
von einer Arbeitsplatzgarantie ist so gesehen keine Rede mehr!
Auswirkung auf Trostberg?
Bereits jetzt ziehen Familien aus Trostberg weg
Bereits jetzt werden Immobilien in Stadtlage verkauft, bevor die Preise fallen!
Kein Wunder, bei diesen Aussichten!



CDU Niedersachen - Entscheidung über EBS Kraftwerk durch den Rat
Die CDU Ratsfraktion hat sich in der Fraktionssitzung am 19.11.07, dafür ausgesprochen, weitere Entscheidungen über die Planung und Durchführung des EBS Kraftwerkes nicht durch den Verwaltungsausschuss entscheiden zu lassen.
Die Fraktion vertritt die Meinung, solche gravierenden Entscheidungen müssen von einer breiten Basis getroffen werden, nämlich vom Rat. Dieser Standpunkt konnte sich dann auch in der VA Sitzung am 22.11. durchsetzen. Somit ist dem VA am 20.12. eine öffentliche Ratssitzung über den Punkt EBS Kraftwerk angehängt.







Der Dreck der anderen_DER SPIEGEL
Einwendung von Medizinern gegen die Müllverbrennun
Impressum